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Was ist Edelstahl ?

Als Edelstähle (heutiger Normbegriff: rostfreier Stahl) vor ca. 70 Jahren entwickelt wurden und dann sehr schnell ihren Siegeszug in alle Bereiche der Technik und des privaten Lebens angetreten haben, dachte wohl niemand an die Vielzahl der Einsatz- und Anwendungsmöglichkeiten. Diese beruhen hauptsächlich darauf, daß die Edelstähle hervorragende Eigenschaften aufweisen und diese Eigenschaften noch gezielt, durch bestimmte Legierungszusätze verändert, verstärkt angepasst werden können.
(siehe Tabelle)
Wir unterscheiden allgemein ferritische und austenitische Edelstähle. Die ferritischen enthalten üblicherweise als Legierungszusatz ca. 12 - 18% Chrom, während die austenitischen neben Chromgehalten um 18% noch Nickelgehalte von mindestens 8% enthalten. Als weitere Hauptlegierungsbestandteile kommen noch Molybdän, Mangan, Silicium, Wolfram, Vanadium, Kobalt, Titan, Niob in Frage.
Durch diese Zusätze werden die gewünschten chemischen und physikalischen Eigenschaften des Werkstoffes entsprechend den Einsatzbedingungen erreicht, insbesondere

  • Hitzebeständigkeit,
  • Kältebeständigkeit,
  • gute Verformbarkeit,
  • hohe Festigkeit oder besondere
  • Korrosionsbeständigkeit.

Stahlgruppe

C

Cr

Ni

Martensitisch

0,07% - 0,1%

12% - 18%

-

Ferritisch

ca. 0,07%

13% - 17%

-

Austenitisch

<= 0,07%

>= 18%

>= 8%

Austenitisch-Ferritisch

<= 0,07%

>= 18%

>= 8%

Stahlgruppe

Korrosionsbest.

Festigkeit

Schweißbarkeit

Martensitisch

gering bis gut

hoch

nicht bis gut

Ferritisch

gur bis sehr gut

gering

gering bis gut

Austenitisch

sehr gut

hoch

gut bis sehr gut

Austenitisch-Ferritisch

sehr gut

sehr hoch

gering bis sehr gut

Im Wesentlichen wollen wir nur die austenitischen Edelstähle betrachten, da nur diese in der Wasserversorgung als ausreichend rostbeständig anzusehen sind. Diese austenitischen Edelstähle sind auch gemeint, wenn man von V2A, V4A, Nirosta oder ähnlichen Handelsbezeichnungen spricht.
Bei den Edelstählen, die auf Grund ihrer Rostbeständigkeit in der Wasserversorgung eingesetzt werden können, spielt natürlich auch deren Verarbeitbarkeit eine Rolle. Dadurch wird die Bandbreite der verwendeten Werkstoffe weiter eingeschränkt, so daß wir uns auf die nachfolgenden Werkstoffe beschränken können:

  • Werkstoff-Nr. 1.4301 - X 5 CrNi 18 10
  • Werkstoff-Nr. 1.4541 - X 6 CrNiTi 18 10
  • Werkstoff-Nr. 1.4306 - X 2 CrNi 18 11
  • Werkstoff-Nr. 1.4307 - X 2 CrNi 18 9
  • Werkstoff-Nr. 1.4571 - X 6 Cr Ni Mo Ti 17 12 2
  • Werkstoff-Nr. 1.4404 - X 2 Cr Ni Mo 17 12 2
  • Werkstoff-Nr. 1.4435 - X 2 Cr Ni Mo 18 14 3
  • Werkstoff-Nr. 1.4462 - X 2 Cr Ni Mo N 22 5 3

Edelstähle dieser verschiedenen Werkstoffgüten sind im Handel erhältlich als Bleche verschiedener Stärke mit verschiedener Oberflächenqualität, als Stabmaterial, (Rund-, Vierkant-, Winkel-, Flachstahl), Rohre sowie als verschiedene Sonderprofile welche üblicherweise nur nach Kundenangabe abgewalzt werden.
Es ist selbstverständlich, daß bei der Erschmelzung von Edelstahl besondere Sorgfalt notwendig ist, um Verschmutzungen und damit Gefügeveränderungen zu vermeiden. Man geht deshalb im Allgemeinen von nahezu kohlenstofffreiem Eisen aus, dem im Elektroofen die verschieden genau dosierten Legierungsbestandteile zugegeben werden.
Dabei wird im Elektroofen unter Vakuum gearbeitet, um das Eindiffundieren von Luftverunreinigungen in die Schmelze zu verhindern.


Einsatzbereiche von Edelstahl Vor

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Telefon: +49-8462-201-0, Fax: +49-8462-201-810, E-mail: info@huber.de
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